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Augen auf: Die Asiatische Hornisse startet in die neue Saison – Ein Risiko für unser gesamtes Ökosystem
(Artikelreihe „Asiatische Hornisse“ Artikel 2 von 9, siehe auch unter: http://www.kreisverband-imker-saarlouis.de/asiatische-hornisse)
Seit einigen Wochen sind die Königinnen der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina) wieder aktiv. Nachdem sich diese Art in den letzten Jahren in unserer Region leider fest etabliert hat, ist eine flächendeckende Ausrottung nicht mehr möglich. Umso wichtiger ist nun ein konsequentes Management, um den massiven Druck auf unsere heimische Natur zu mindern.
Warum die Ansiedlung uns alle betrifft.
Die Asiatische Hornisse ist eine hocheffiziente Jägerin mit einem breiten Beutespektrum. Ihr Erscheinen hat Folgen weit über die Imkerei hinaus:
- Gefahr für alle insektenfressenden Tiere, wie z.B. Vögel, Igel und Reptilien. In der Phase der Jungenaufzucht benötigen viele Tiere Insekten als Eiweißquelle. Die asiatische Hornisse steht in direkter Konkurrenz zu ihnen und dezimiert den Bestand an Wildbienen, Wespen und Fliegen massiv.
- Verlust an Biodiversität: Als Generalistin jagt sie fast alles, was fliegt. Das bringt das empfindliche Gleichgewicht in unseren Gärten und Wäldern ins Wanken.
- Schäden im Obstbau: Im Spätsommer konzentrieren sich die Völker auf zuckerhaltige Nahrung. Für Obstbauern und Gartenbesitzer bedeutet dies oft angefressene Ernten bei Weintrauben, Äpfeln und Birnen, was die Früchte für den Verzehr oder Verkauf unbrauchbar macht.
Die Nestphasen: Jetzt handeln!
1. Das Primärnest (Frühjahr):
Die Königin baut aktuell allein ein kleines Gründungsnest (Größe eines Golfballs, hellbraun, nach unten geöffnet).

(Foto: Reinhard Metz)
- Häufige Orte: Schuppen, Garagen, Hecken, Vogelnistkästen oder unter Dachvorsprüngen.
- Ihre Chance: Jedes jetzt entdeckte Nest verhindert die Entstehung eines riesigen Sekundärvolkes, das später bis zu 2.000 Tiere umfassen kann.

(Foto: Peter Katzenmaier)
2. Das Sekundärnest (Sommer/Herbst): Später zieht das Volk oft in Baumkronen um (Fußballgröße und größer). In den Baumkronen entziehen sich die Völker meist unserem Zugriff. Von dort aus üben sie den restlichen Sommer über einen massiven Jagddruck auf unsere Insektenwelt aus. Ein frühzeitiges Eingreifen bei den bodennahen Primärnestern ist daher der effektivste Weg, unsere Natur zu schützen.
Sicherheit und Mithilfe
Die Hornisse verhält sich friedlich, solange man dem Nest nicht zu nahekommt (Abstand halten!). Bei Erschütterungen (z. B. Heckenschnitt) verteidigt sie ihr Heim jedoch entschlossen.
Bitte unternehmen Sie keine eigenen Entfernungsversuche! Dies ist gefährlich.
So helfen Sie:
- Beobachten: Achten Sie auf Hornissen mit dunklem Körper und gelben Beinen.
- Sichten: Suchen Sie vorsichtig nach den kleinen Nestern am Haus oder im Gebüsch.
Halten Sie Abstand, machen Sie ein Foto und schicken Sie es uns bitte an: http://www.velutina-saar.de
Nur durch Ihre Wachsamkeit können wir die Auswirkungen auf unsere Vogelwelt, den Obstbau und unsere Bienen gemeinsam abfedern.
Herzliche Grüße Ihr Kreisverband der Imker Saarlouis e.V.
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Gemeinsam für das biologische Gleichgewicht: Der Kreisverband der Imker Saarlouis e.V. schult Feuerwehren
Am 25. Februar kamen im Schulungsraum der Feuerwehr Dillingen 32 Einsatzkräfte aus Dillingen, Beckingen und Nalbach zusammen. Im Fokus stand die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) und die Frage, wie wir das empfindliche Ökosystem im Landkreis Saarlouis stabilisieren können. Peter Katzenmaier und Werner Jungmann des Kreisverbandes der Imker gaben dabei wichtige Einblicke in die aktuelle Lage.

Warum die Asiatische Hornisse unser System bedroht
Im Gegensatz zu unserer heimischen Hornisse greift die Asiatische Hornisse massiv in das biologische Gefüge ein. Sie übt einen extremen Jagddruck auf Honigbienen, Wildbienen und andere nützliche Bestäuber aus – oft direkt vor deren Fluglöchern oder an den Blüten.
Dieser Eingriff löst einen Dominoeffekt aus: Fehlen die Bestäuber, leidet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch das Gleichgewicht unseres Ökosystems insgesamt. Dies führt zu spürbaren Ernteverlusten im heimischen Obst- und Gemüsebau.
Die Zahlen sprechen für sich
Dass schnelles Handeln nötig ist, zeigen die Einsätze des vergangenen Jahres: Allein im Stadtgebiet Dillingen wurden bereits 49 Nester entfernt. Besonders die Zusammenarbeit an der Saar und am Ökosee hat sich bewährt – dort konnten vier Nester erfolgreich gemeinsam mit der Feuerwehr beseitigt werden, um den Druck auf die lokale Fauna zu senken.

Gefahrenstellen im Einsatzalltag
Für die Feuerwehrleute ist es im Einsatz entscheidend zu wissen, wo sie auf die Hornisse treffen könnten. Unsere Referenten erklärten den Lebenszyklus der Tiere und zeigten die typischen Fundorte auf, die oft erst bei Einsätzen entdeckt werden:
- In Gartenhecken und Gebüschen (oft in Bodennähe)
- In Dachstühlen und Rollladenkästen
- Hoch oben in Baumkronen, bevorzugt in Gewässernähe
Schutz durch Fachwissen und Technik
Neben dem richtigen Verhalten beim Auffinden eines Nestes wurde auch das technische Equipment vorgestellt. Die Teilnehmer konnten die spezielle Bekämpfungslanze aus nächster Nähe ansehen. Ziel ist es, die Ausbreitung so effizient wie möglich zu begrenzen und die Sicherheit für Mensch und Natur zu gewährleisten.
Ein großes Dankeschön geht an die Feuerwehren aus Dillingen, Beckingen und Nalbach für das große Interesse. Dieser Austausch ist die Grundlage dafür, dass wir unsere heimische Natur im Kreis Saarlouis gemeinsam schützen können.
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Jetzt aktiv werden: Warum ein einfaches Dochtglas zum Schutz unserer Natur beiträgt
Artikelreihe zum Thema „Asiatische Hornisse“, Artikel 1 von 9
Detektive gesucht: Schützen Sie unser empfindliches Ökosystem vor der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina)!
Die ersten Königinnen der Asiatischen Hornisse erwachen aus dem Winterschlaf. Jetzt ist der wichtigste Moment, um ihre weitere Ausbreitung im Kreis Saarlouis zu stoppen! Helfen Sie mit – es ist ganz einfach.
Die „Süß-Falle“: So bauen Sie ein Dochtglas
Hornissen-Königinnen haben jetzt großen Hunger auf Süßes. Mit einer einfachen Beobachtungsstation locken Sie die Tiere an:
- Das Glas: Ein altes Marmeladenglas mit Deckel.
- Der Docht: Ein Schlitz / Loch im Deckel, durch den ein Streifen Stoff
(alte Socke/Handtuch)
bis zum Glasboden reicht. - Der Lockstoff: Eine Mischung aus 1/3 Bier, 1/3 Weißwein und 1/3 Zucker.
- Der Vorteil: Honigbienen mögen diesen Mix nicht, Honigbienen haben eine sehr natürliche Abneigung gegen Alkohol – er lockt nur Hornissen und Wespen an.


Beobachten & Erkennen
- Stellen Sie das Glas regengeschützt auf. Die asiatische Hornisse ist friedlich bei der Futtersuche, aber scheu. So erkennen Sie sie:
- Dunkler Körper (fast schwarz/dunkelbraun).
- Gelbe Beine (das markanteste Merkmal!).
- Oranges Gesicht und ein gelber Streifen am Hinterleib.
Haben Sie einen Verdacht? Halten Sie Abstand, machen Sie ein Foto und schicken Sie es uns bitte an: www.velutina-saar.de.
Foto machen & Melden
Das Foto ist wichtig, um Verwechslungen mit der geschützten heimischen Hornisse auszuschließen.
Gemeinsam schützen wir unsere heimische Natur. Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Herzliche Grüße Ihr Kreisverband der Imker Saarlouis e.V.
Fotos: Irmgard Forster-Seiwert
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Erfolgreiche Honigprämierung 2025 für den Kreisverband der Imker Saarlouis

Regional erzeugter Honig besitzt eine besondere Qualität und hebt sich deutlich von minderwertigen Importen ab, die oft mit Zuckersirup gestreckt werden und immer häufiger in den Regalen unserer Supermärkte zu finden sind. Diese Feststellung der stellvertretenden Landesvorsitzenden des Landesverbandes saarländischer Imker, Hedwig Fritz bildete den Auftakt der diesjährigen Honigprämierung 2025.
Anwesend waren auch Vertreter des Saarländischen Bauernverbandes sowie des saarländischen Umweltministeriums und der scheidende Leiter des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen.
Die teilnehmenden Imker des Kreisverbandes Saarlouis zeigten eindrucksvoll, dass ihre Wertschätzung für das Produkt Honig und das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber ihren Bienen keine leeren Worte sind. Ihre Sorgfalt und ihr Engagement wurden bei der diesjährigen Prämierung besonders deutlich: Nach sorgfältiger Prüfung der eingereichten Honige konnten die Imker aus dem Kreis Saarlouis insgesamt drei Gold- und vier Silbermedaillen für sich verbuchen.
Goldmedaillen gingen an:
Herbert Kirch, Yassin Al Hajjij und Cornelia Langenfeld.
Silbermedaillen erhielten:
Michael Münzmay (für zwei verschiedene Honige), Tom Spahn und Peter Seegmüller (jeweils für einen Honig).
Besonders hervorzuheben ist Herbert Kirch, der neben seiner Goldmedaille auch eine Silbermedaille für einen weiteren Honig erhielt.
Wir gratulieren allen Preisträgern an dieser Stelle zu ihrem herausragenden Erfolg und ihrem Beitrag zur regionalen Honigqualität.
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Vortrag zum Status der Vespa Velutina und Maßnahmen zum Schutz unserer Bienen
Der Kreisverband der Imker Saarlouis lud am 30.06.25 in das Haus Saargau in Gisingen ein, um über den Status quo der Vespa Velutina und über Maßnahmen zum Schutz unserer Bienen zu informieren. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Rubrik „asiatische Hornisse“

