Das Zeitfenster schließt sich: Warum jetzt jede Meldung zählt?
(Artikelreihe „Asiatische Hornisse“ Artikel 5 von 9)
Ab Mitte Juli ziehen die Völker der Asiatischen Hornisse um. Bisher leben die noch kleinen Völker in ihren Primärnestern – gut erreichbaren Gründungsnestern nahe am Boden oder an Gebäuden. Wird es dort zu eng, bauen sie größere Sekundärnester. Diese entstehen meist weit oben in Baumkronen oder unter Dachüberständen in 10 bis 30 Metern Höhe.
Das Problem:In diesen großen Höhen sind wir teilweise machtlos. Ein gezieltes Entfernen der Nester ist dort oben technisch äußerst schwierig und mit hohem Risiko verbunden. Ein unentdecktes Nest in der Baumkrone produziert bis zum Herbst tausende Jäger, die unser Ökosystem massiv belasten.
Wo Sie jetzt noch suchen sollten:
Im Grunde genommen kann man keinen Ort mehr für ein Nest ausschließen. Die Asiatische Hornisse ist bei der Wahl ihres Nestbaus sehr kreativ. Sie befinden sich nicht mehr nur an den typischen bisherigen Fundorten, wie an Gebäuden (Garagen, Schuppen, Dachvorsprüngen, Carports), sondern können sich in dichten Hecken, direkt am Boden, Kompostern, in Abdeckungen z.B. von Scheitholz befinden. Die etwa tennisball- bis handballgroßen Primärnester sind hellbraun und papierartig.


Wichtiger Sicherheitshinweis: Seien Sie besonders vorsichtig bei Heckenarbeiten, Gartenhäusern oder beim Aufräumen im Außenbereich. Wird ein Nest versehentlich gestört, verteidigen die Arbeiterinnen dieses entschlossen. Halten Sie Abstand und versuchen Sie niemals, ein Nest selbst zu entfernen!
Ihr Beitrag zum Naturschutz
Frühzeitiges Entdecken spart nicht nur enormen Aufwand im Spätsommer, sondern bremst den Jagddruck auf unsere heimische Insektenwelt wirksam aus. Jedes jetzt gemeldete Nest ist ein direkter Schutz für unsere Artenvielfalt.
So helfen Sie:
- Beobachten: Fliegen dunkle Hornissen mit schwarz/gelben Beinenden zielstrebig eine Stelle an Ihrem Haus oder im Gebüsch an?
- Sichten: Suchen Sie vorsichtig nach dem papierartigen Nest.
- Melden: Halten Sie Abstand, machen Sie ein Foto vom Nest und schicken es bitte an: http://www.velutina-saar.de
Bitte halten Sie in den kommenden Tagen besonders die Augen offen – Ihre Mithilfe ist die wichtigste Säule im Umgang mit dieser etablierten Art!
Herzliche Grüße Ihr Kreisverband der Imker Saarlouis e.V.
